Archiv für November 2009

DDR war „3.Welt-Land“

Im Moment ist ja die Zeit des blöden Geschwalles über den „Fall der Mauer“. Nachdem gestern Merkel das Internet für selbigen verantwortlich gemacht hatte, trat James Baker, 1989 Secretary of State unter Bush I, heute auf CNN nach. Er hätte die DDR kurz nach dem Fall der Mauer zum ersten Mal betreten, und der Unterschied zur BRD sei extrem krass gewesen. Die DDR war nur nämlich eine Ansammlung von Ruinen und sah aus wie ein „Dritte-Welt-Land“. Deshalb waren die Millionen arbeitslosen, hungernden und obdachlosen DDR-Bürger also so froh über den Anschluss an die BRD! Echt interessante News, vielleicht sind solche Erzählungen in den USA ja populärer, weil es kaum Leute gibt, die dem dank eigener Erfahrung widersprechen könnten. Der Einwand, dass das „Ende des Kommunismus“ im gesamten ehemaligen Ostblock zu sinkendem Lebensstandart und -erwartung geführt hat, würde bei solchen Schauermärchen vom Hungerleider-Leben hinter dem „eisernen Vorhang“ natürlich nur stören.

Merkel erklärt Mauerfall

Merkel hat gerade auf der „Falling Wall Conference“ ihre Theorie über die Ursache des Mauerfalls zum Besten gegeben. Demnach gab es in der DDR von Beginn an dauernd Aufstände, die aber stets scheiterten. 1989 kam dann der Erfolg, weil sich in der gesellschaftlichen Situation entscheidendes geändert hatte. Und zwar hätte die Entwicklung von Computern zu neuen Kommunikationswegen geführt, die sich nicht so leicht bespitzeln und zensieren ließen. Dazu kam, dass in der DDR die Informationstechnologien einen neuen Typus von Arbeitnehmer nötig machten, der in der Lage war, Informationen kritisch zu beurteilen, zu sortieren und sogar zu generieren. Solche Menschen wären dann weniger leicht zu indoktronieren gewesen.

Eine wirklich bisher einzigartige Analyse, die wohl die gesamte Geschichtsschreibung umkrempeln wird. Das Internet hat die DDR gestürzt!